Simao-Mengla 26.10. – 30.10.2013

Unser Ziel für die nächsten Etappen, ist das ca. 250 km entfernte Mengla. Dort werden wir, falls wir eine gute Unterkunft finden, P1020736nochmals 2 Tage in China verbringen. Unsere Fahrten werden immer noch vom Gebirge geprägt. Ein stetiges auf und ab der Strasse sorgt dafür, dass wir nicht allzu übermütig werden und der immer wieder fallende Regen sorgt sozusagen für die fahrende Körperpflege….

 

Wir fahren durch dichten tropischen Regenwald, kommen vorbei an Bananen- Kaffee- Tee- Gummibaum Plantagen. Schlussendlich kommen wir in Mengla an und schauen uns nach einem Hotel um.

Die Besitzerin einer Auto Waschanlage fragt uns, ob sie uns helfen könne. Ja, wir suchen ein Hotel, aber möchten vorher noch unsere Fahrräder abspritzen. Wir dürfen und die Angestellten helfen uns erst noch dabei. Sie komme jetzt mit uns um ein Hotel zu suchen. Dieses hier um die Ecke sei im September eröffnet worden, aber die Kosten von 300 Renminbi Yuan pro Nacht viel zu teuer. Da wir uns wieder mal ein anständiges Bett wünschen entscheiden wir uns gleichwohl für dieses Hotel. Die liebenswerte Frau begleitet uns zum Hotel, geht an die Rezeption, diskutiert dort, ruft eine andere Person an mit dem Resultat, dass wir ein super schönes Zimmer in einem neuen Hotel für einen Drittel des Normalpreises erhalten. Wir können‘s fast nicht glauben und bedanken uns sehr für ihre uneigennützige Hilfe! Wir bleiben nun also 2 Tage hier und werden uns am 2.11. Richtung Mohan an die laotische Grenze aufmachen. Falls wir dort ein Hotel finden, übernachten wir noch ein letztes Mal auf dieser Reise in China, bevor wir nach Laos einfahren werden. Ein 90 tägiger Aufenthalt im Reich der Mitte neigt sich dem Ende zu!

Kunming-Simao 14.10. – 22.10.2013

Wir haben Kunming genossen, wir verlassen Kunming mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Nach paar km ist eine Baustelle, die Strasse ist gesperrt. Uns wird der  Weg nach Yuxi gewiesen. Ist aber leider nicht der Richtige. Wir fragen nochmals eine Person um die Umleitungsstrasse Richtung Yuxi. Diese gibt uns eine andere Variante bekannt. Wir haben genug, kehren nach Kunming zurück und fahren auf die 6-spurige Autobahn. Bei der Mautstelle werden wir zurück gepfiffen, wir hören aber nichts…..und fahren weiter. Unbehelligt fahren wir nun 80 km auf dieser Autobahn und erreichen so doch noch unser Tagesziel. P1020520Die Weiterfahrt von Yuxi führt uns direkt auf die Autobahn. Nach 7 km Fahrt kommt das Autobahnschild „Ende Autobahn“. Aber die Strasse bleibt Autobahn. Umso besser für uns, denken wir. Aber unser solches Denken hört nach weiteren 8 km auf. 3 Polizisten schmeissen uns ab der Bahn auf die andere Strasse. Diese Strasse wird zusehends schlechter, sie steigt und steigt um später wieder runter zu gehen. Ein ewiges auf und ab. Die Strasse wird grottenschlecht, die Abfahrten sonst unsere Lieblingsdisziplin verfluchen wir. Meistens können wir nur mit höchstens 12 Stunden-km fahren, was darüber ist, wird verdammt gefährlich und die Velos hüpfen nur noch von Loch zu Loch. Nach 60 km kommt eine kleine Ortschaft mit einem Hotel. Sollen wir hier über Nacht bleiben. Nein, in diesem Nest machen wir nicht halt, wie sich später herausstellen wird, eine falsche Entscheidung! So fahren wir weiter, es geht ständig einige hundert Meter bergauf um später wieder auf die Ausgangshöhe runter zu gehen. Wir fahren Kurve um Kurve, Höhenmeter um Höhenmeter, Kilometer um Kilometer. Mittlerweile ist es dunkel, wir schalten das Licht ein. Nun folgen auch noch Strassen Verzweigungen ohne Wegweisung. Welche Strasse ist die Richtige? Zum guten Glück können wir jemanden Fragen, der uns weiterhelfen kann. Auch wenn uns nur diese eine Person Auskunft geben kann, für einmal vertrauen wir ihr. Denn eines haben wir in China auch gelernt. Eine erhaltene Information eines Chinesen musst du auf deren Richtigkeit bei einer weiteren Person überprüfen. Sind die Informationen deckungsgleich, sind sie zwangsläufig richtig! Nach gefahrenen 153 km und 1801 Höhenmeter kommen wir endlich im Ziel in Yuanjiang an. Wir sind beide geschafft, aber nach dem Duschen reicht es noch für ein gutes Bier! Und das Bier schmeckt gut….

Wir haben sehr gut geschlafen und sind unterwegs Richtung Mojiang. Es geht gleich obsi. Nur aufwärts, nichts als aufwärts durch dichte Wälder, Bananenplantagen und Reis- und Maisterrassen. Bei km 18 ist es wieder mal so weit. Wir haben uns zwar mal vorgenommen, diesbezüglich nichts mehr zu schreiben. Und wir schreiben auch jetzt nichts davon…..nein. Mein Fahrrad hat schon wieder Platten….der 12! Und alle sind in China verteilt worden! Nach dem Flicken fahren wir weiter und kommen auf einer Passhöhe unerwartet zu einem Hotel. Den gestrigen Fehler machen wir nicht nochmals und buchen hier ein Zimmer. Ein guter Entschluss, zum Nachtessen werden wir bekocht. Etwas vom feineren! Die gute Frau bereitet uns mit viel Hingabe ein Topmenue zu. Es schmeckt sooo gut! Am folgenden Tag geht’s im gleichen Tagesrhythmus weiter. Nur eine Kurzetappe, voll gespickt mit up’s und down‘s. Wir machen nun jetzt aus einer Tagesetappe halt deren zwei. Die letzten drei Fahrtage oder knapp 200 km vor Simao machen wir noch so richtig Bekanntschaft mit der im Moment noch herrschenden Regenzeit.P1020591 Während die Strasse uns immer auf eine Höhe von ca. 1600 Meter bringt um später wieder auf 1000 Meter abzufallen, regnet es praktisch ununterbrochen. Am ersten dieser Tage fällt Dauerregen, das ist der erste Tag unserer Reise, wo wir kein Foto machen. Man sieht nichts, nur Nebel und Regen! Am zweiten Tag macht Petrus eine Pause von einer halben Stunde und am dritten Tag von einer viertel Stunde. Das Problem in diesen drei Tagen ist für uns nicht der Regen. Es sind viel mehr Monsunregenfälle die stundenlang und mit gleicher Intensivität auf uns niederprasseln. Dazu sind wir in den Bergen, von überall kommen Sturzbäche nieder, Bäume stürzen um, Erde und  zum Teil Felsbrocken werden durch Nässe in grossen Massen auf die Strasse geschwemmt. Uns ist einmal mehr nicht mehr so wohl bei der Sache. Jedes Mal wenn wir ein Hotel beziehen, sind wir total durchnässt. Da helfen selbst die besten Regenklamotten nicht mehr gegen diesen Dauerregen, und am nächsten Morgen ziehst du wieder dieselben Kleider an. Sie sind immer noch nass…ein gutes Gefühl! Die Luft ist so feucht, hier trocknet nichts mehr. Wir hoffen nun, dass wir auf unserer Weiterreise etwas weniger Regen erwischen werden!
Mittlerweile haben wir auf unserem Planeten den Nördlichen Wendekreis überfahren und sind theoretisch in den Tropen angekommen.

Zhao Tong – Kunming 06.10. – 10.10.2013

Unsere Fahrt von Zhao Tong nach Kunming geht weiter durch Berge, meistens auf einer Meereshöhe zwischen 2000 und 2200 m.ü.M. Mal rauf – mal runter, wir fressen Höhenmeter um Höhenmeter. Gott sei Dank müssen wir nicht mehr durch so viele Tunnels fahren. Die wenigen die es noch sind, langen uns aber bei weitem! Noch einmal überqueren wir einen Pass auf 2834 m.ü.M. Es ist auf unserer Reise die letzte Traversierung in solcher Höhe. Von jetzt an sind alle Pässe unter 2500 Meter, je südlicher wir kommen je tiefer liegen sie.

Ortschaft um Ortschaft lassen wir hinter uns und überall werden wir von der Bevölkerung bestaunt und beguckt. Offensichtlich ist unsere Rasse hier nicht so viel gesehen….

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Sie warten auf Käuferschaft

Selbst auf einer Meereshöhe von bis zu dreitausend Metern wird von den chinesischen Bauern noch rege Ackerbau betrieben. Unsere Fahrt geht vorbei an Reis-, Mais- und Tabakkulturen. Rund um Songming  treffen wir wohl auf das Kabisland Chinas. Hier wird Gemüse angebaut unter Plastiktunneln, wohin das Auge auch schaut, nur Plastik…..

Wir sind nun in der Stadt Kunming eingefahren und bleiben hier mindestens 2 Tage. Die Millionenstadt gefällt uns, ist nebst dem grössten Blumen- auch der grösste Tabakproduzent Chinas. Wir sind gespannt….

Berge und Angst 29.09. – 03.10.2013

Nach unserem Pausentag in Muchuan geht’s nun richtig los. Ab in die Berge. Der Regen macht die Strasse glitschig und gefährlich. Schon bald schliesst sich ein chinesischer Radfahrer so mehr oder weniger uns an.

Wir fahren entlang dem Yangtze River, dem längsten Fluss Asiens und dem dritt längsten der Welt. Urplötzlich und ohne Warnung ist die Strasse gesperrt. Was ist los? Ein Felssturz hat die Strasse verschüttet. Wie lange dauert die Sperrung fragen wir einen Ordnungshüter. Keine Ahnung, vielleicht 2 Stunden, vielleicht auch mehr ist seine aussagekräftige Antwort. Super, eine Ausweichroute gibt es nicht, also Warten und Hoffen. Und unsere Hoffnung erfüllt sich, eine knappe Stunde später können wir passieren, vorbei an riesigen Felsbrocken durch Schlamm und Geröll. Auf den folgenden –zig km sind überall mehr oder weniger grosse Felsabbrüche auf der Strasse gelandet. Wir schauen immer und immer wieder in Richtung der Felsen und Berghänge. Wir wollen keinen Felsen am Kopf…. uns ist nicht wohl hier! Nach 30 km ist wiederum Ende lustig. Die Strasse ist gesperrt wegen Einsturzgefahr einer Brücke. Wir haben Glück im Unglück. Eine Not Fähre auf dem Yangtze bringt Fussgänger, Töff Fahrer und eben auch Fahrradfahrer einen knappen Kilometer flussaufwärts wieder auf die Strasse zurück. Am folgenden Morgen dürfen wir vor unserer Weiterfahrt wieder mal einen defekten Hinterreifen flicken. War ja auch wieder mal an der Zeit, sonst könnten wir ja noch aus der Uebung kommen….! Unterwegs kommen wir zu einer Kreuzung, wir wissen nicht welche Richtung wir fahren sollen. Also fragen wir einen dort stehenden Mann nach dem richtigen Weg nach Zhong He. Er weist uns den Weg und wir fahren weiter. 5 km und 200 Höhenmeter später in einem Dorf, halten wir bei einem Dorfladen und verpflegen uns. Ein junger Chinese fragt uns von wo wir kämen und wohin wir gehen. Wir zeigen ihm auf unserer Karte die Route. Er wundert sich und sagt, dass wir auf dem  – falschen Weg – seien! Also wieder 5 km runter und dort die andere Strasse nehmen. Vielen Dank an den dort stehenden Mann für die Wegweisung…..! Die Strasse steigt ständig, ein Tunnel folgt dem anderen. Die meisten Tunnel sind knapp beleuchtet, manche gar unbeleuchtet und die Strassenbeläge in diesen in desolatem Zustand. Uns ist nicht wohl hier! Die letzten 60 km vor Zhao Tong sind geprägt von Regen, P1020365Nebel, schlechter Strasse und starkem Verkehr. In Zhao Tong fragen wir in einem Hotel nach einem Zimmer. Unsere Pässe sind kopiert, wir wollen zahlen. Die Receptionistin macht noch ein Telefon um uns danach fort zu weisen mit der Begründung, dass dieses Hotel nur Chinesen aufnehmen würde?!?! Beim zweiten Hotel geht alles problemlos. Wir bleiben hier zwei Tage um neue Kräfte zu sammeln.