Der mit dem Hund tanzt

Im Nationalpark de Purace, ich habe meine beiden Freunde Bea und Pit längst aus den Augen verloren, treffe ich auf eine Militärpatrouille. Sie fragen mich: de donde, adonde, cuanto tiempo en colombia, de que pais? Entsprechend sind meine Antworten: von Cartagena, Bogota, Pitalito nach Ipales und nachher Ecuador. Seit 6 Wochen in Kolumbien und ich komme aus der Schweiz. Die Militärs geben sich zufrieden und lassen mich passieren.
Gerade will ich aufs Velo steigen, da kommt ein Hund  aus dem Dschungel, kommt direkt auf mich zu und schnüffelt an all meinen Gepäcktaschen. Ein Drogenhund? Ich bin ein wenig verwirrt, steige auf das Fahrrad und fahre los. Der Hund folgt mir. Mal ist er hinter, mal vor, mal neben mir, mich nie aus dem Blickfeld verlassend und es sind nie mehr als circa 50 Meter zwischen ihm und mir. Die haben mir, ohne etwas zu sagen, einen Aufpasser mit auf den Weg gegeben, denke ich. Nach ein bis zwei Kilometern, halte ich an und mache ein Foto von dem Begleiter. Ich fahre weiter, das Tempo ist sehr bescheiden, zu schlecht ist die Naturstrasse und stetig steigend. Das Tier immer um mich herum. In Kurven die er zu schnell und ich zu langsam angehen und er mich plötzlich nicht mehr sieht, kommt er schleunigst zurück und wartet bis ich bei ihm bin oder er kommt zu mir und gibt mit der Schnauze Zeichen oder touchiert schupsender Weise die Gepäcktaschen, als wolle er sagen, dass ich schneller fahren soll. Wenn ich könnte, würde ich! Ich habe Hunger und will was essen und trinken, der Hund lässt dies leise bellend oder ist es mehr ein knurren, kaum zu. Nun fängt es an zu regnen, also schnell mal meine Regenjacke auspacken und anziehen. Ich halte an und öffne eine vordere Gepäcktasche. Kaum ist die Tasche offen ist der Hund bei mir. Er schlägt mit den Tatzen nach mir, auf die Tasche, in die offene Tasche. Die Tasche kann ich nur notdürftig wieder schliessen, dafür dringt später Wasser ein. Ich schaffe es gerade noch, die Jacke anzuziehen, aber nicht mehr zu schliessen. Der Hund gebärdet sich wie wild. Ich schwinge mich aufs Fahrrad und pedale weiter. Der Hund legt wieder ein paar Längen vor, ich halte und schliesse meine Jacke, der Hund bei mir, ich aufs Velo und er gibt wieder Ruhe.
Meine Gedanken festigen sich. Das ist ein abgerichteter Militär-Polizeihund, der mich unter seiner Bewachung auf der anderen Seite des Parks an der Kontrollstation wieder übergeben soll!
Ein Autofahrer kommt entgegen, hält bei mir an und will mir paar süsse Energiespender übergeben, damit ich für die Weiterfahrt genügend Kraft zur Verfügung hätte. Ich schaffe es gerade noch die Süssigkeiten in meinen Mund zu versorgen, das ist der Bewacher neben mir, bellt, knurrt und fordert mich auf zum Fahren. Er ist auch noch böse als ich bereits weiterfahre und gibt das mit Knurren zu verstehen.
Ich habe Durst, ich habe Hunger, ich will endlich mal eine kurze Pause machen und ich sollte eine Notdurft verrichten. Aber aus all dem wird nichts, der Hund lässt dies nicht zu! Mir ist ob all dem richtig elend. Ein Töff Fahrer mit einer Frau stehen am Strassenrand und machen bei meinem Auftauchen eine Foto von mir. Von wo, wohin, fragen sie mich. Und all dies mit dem Hund? Nein, der gehört mir nicht, das ist der Hund vom Militär! Der Hund drängt mich zur Weiterfahrt. Nun komme ich in ein kleines Dorf am Rande des Parks. Wo ist denn die Polizei, wo das Militär? Verzweifelt halte ich Ausschau nach einem Kontrollposten. Da ist aber nichts dergleichen. Dafür werde ich von bellenden Hunden die auf mich zustürzen in Empfang genommen und mir, so scheint es, nach dem Leben trachten. Diese tollwütigen Kerle haben die Rechnung aber ohne meinen Kollegen gemacht. Er stellt sich ihnen in den Weg, bellt sie an und schlägt sie in die Flucht. Er beschützt mich. Ich halte vor einem Imbisslädeli, diverse Personen, vom Hundegebell auf mich aufmerksam geworden, sammeln sich um mich. Da sind auch plötzlich der Töff Fahrer und die Frau hier, sie unterhalten sich mit Dorfbewohnern, wegen „meinem“ Hund. Eine Person gibt dem Hund mit der Hand zu fressen, eine andere Person legt ihm eine Schnur um den Hals und plötzlich ist das Tier nicht mehr hier. Dies geht alles so schnell. Zu schnell. So schnell wie der Hund unbemerkt plötzlich bei mir war, so schnell und unbemerkt ist er wieder weg. Also doch kein Militärhund? Für mich nur Fragezeichen? Der Vierbeiner hat mich über 25 km, während mehrerer Stunden durch den Urwald begleitet! Oder wie war das? „Der mit dem Hund tanzt!“

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Pitalito – Popayan 09.03. – 11.03.2017

Es ist Donnerstag vor uns liegt ein Pass der mit 3‘200 Meter Höhe bezwungen werden will. Vorerst sind die ersten zwanzig Kilometer mehr oder weniger flach. Dann fängt die Strasse an zu steigen, alles asphaltiert und gut zu befahren. Das Wetter ist schön und entsprechend warm. In dem kleinen Dorf Isnos finden wir eine gute Uebernachtungsmöglichkeit.
Am anderen Morgen geht es weiter. Die Strasse steigt weiter und wir hoffen, dass das Wetter einigermassen hält, denn dunkle Regenwolken verheissen nichts Gutes. Nun ist fertig  mit guter Strasse, eine Schotterpiste liegt jetzt unter unseren Pneus. Längst sind wir im Regenwald angekommen, keine Häuser nichts mehr. Nur noch Strasse, Wald und wir. Wir machen uns Sorgen, das Wetter verschlechtert sich zusehend, wo können wir übernachten, zelten ist hier nicht möglich? Wenigstens können wir nun wieder eine gut ausgebaute Betonstrasse befahren, was alles ungemein erleichtert.
Plötzlich taucht vor uns ein Restaurant auf und gleich dahinter der Nationalpark Purace. Die Einfahrt in denselben ist stark bewacht von Militär. Wir essen etwas im Restaurant und nicht lange dauerts und es prasselt Regen darnieder. Wir haben wieder mal Glück gehabt. Ein Weiterfahren der fortgeschrittenen Zeit wegen ist unmöglich, zelten ist auch unmöglich. Was also nun? So fragen wir die Restaurantbesitzerin nach einer Uebernachtungsmöglichkeit. Si, claro ist ihre Antwort. Sie überlässt uns ihr eigenes Zimmer und ein anderes von Angestellten, bezieht die Betten neu und wir können so die Nacht verbringen ohne von starken Gewitterregen belästigt zu werden. Die Nacht haben wir gut verbracht, nehmen das Morgenessen zu uns, welches uns von der guten Frau spendiert wird. 


Wir bedanken uns für die Gastfreundschaft und fahren weiter. Nun kommen wir zur Strassensperre, das Militär dort ist schwer bewaffnet und kontrolliert jede Bewegung auf der Strasse. Autos, Lastwagen werden durchsucht, es kommt sogar ein Drogenhund zum Einsatz. Wird das Militär uns filzen, werden alle unsere Taschen durchsucht? Nein, das tun sie nicht, ohne grosse Fragen zu stellen können wir passieren. Nun ist aber auch schon wieder Schluss mit der guten Strasse, müssen schauen wie wir Löcher und Schottersteinen ausweichen können. Die Strasse steigt und steigt, wir schwitzen, es kostet Kraft. Unterwegs begegnen wir einer ca. 6-7 köpfigen Militärpatrouille, welche uns mit den obligaten Fragen eindeckt. Zu allem Überfluss fängt es auch noch zu regnen an. Geniessen kann man so nicht mehr, nur noch Durchhalteparolen sind gefragt. Endlich ist die Passhöhe erreicht, man kann runter rollen. Denkste. Die Strasse lässt dies nicht zu. Nur mit ungleich höherem Tempo als beim Aufstieg, geht’s runter in ein kleines Dorf. Wieder mal Pause. Gemäss Aussagen von Einheimischen geht es von hier aus noch ca. 4 km aufwärts, dann nur noch 46 km runter fahren auf guter Strasse bis nach Popayan, unserem nächsten Ziel. Aber hoppla! Schlussendlich sind es gut 5 km hochfahren auf guter Strasse bei beginnendem und vorerst nicht mehr aufhörendem Regen. Dann geht’s wirklich runter, aber zwischendurch folgen paar Male kleinere Anstiege und das Schlimmste: die gute Strasse wird zwei Mal auf ziemlich langer Distanz unterbrochen von bedenklicher Schotterpiste und Löchern. Dazu kommen noch Hunde, die uns überall und immer wieder nach dem Leben trachten. Wir fürchten uns vor Stürzen auf glitschigen, grossen Steinen und um unser Material. Und es kommt wie es kommen muss. Die einbrechende Nacht holt uns ein, sie ist schneller als wir. So sind wir noch mehr gefordert. Ach wenn wir Beleuchtung haben, es gibt schöneres und weit weniger gefährliches, als bei Dunkelheit und Nässe in Kolumbien unterwegs zu sein. Halt, was ist das, für uns alle gut hörbar? Ah, es ist unser gemeinsames Aufatmen, endlich sind wir am Etappenort! 

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Bogota – Pitalito 26.02. – 05.03.2017

Wir verlassen die Stadt Bogota, bei welcher mir nicht warm ums Herz wurde. Und dies nicht nur wegen dem nasskalten Wetter. Bieten kann die Stadt nicht viel, einzig vielleicht die Altstadt, dann hat es sich aber.
Polizei und Militär sind allgegenwärtig, aber nichts desto trotz ist es ratsam, sich am Abend nach zehn, nicht mehr draussen aufzuhalten.
Wir fahren wiederum gegen 20 km bis wir endlich aus der Stadt raus sind. Was uns beeindruckt, es ist Sonntag und gewisse Strassen sind für den motorisierten Verkehr gesperrt und gehören einzig und alleine den Fussgängern und Velofahrer. Es wimmelt nur so von Velofahrer und wir mittendrinn.
Circa 30 km nach Bogota fahren wir vermutlich an einem Abwasser Auffangbecken vorbei, oder ist es eine Kläranlage? Wohl kaum! Es stinkt penetrant. Es stinkt auch noch paar km weiter unten. Was wir sehen lässt und schier den Atem stocken. Der Rio Bogota eine trübe grau-braune Wassermasse, falls wir überhaupt eine solche sehen. Der ganze Fluss ist mit einer mindestens 20 cm Schaumschicht bedeckt. Diesen Schaum sehen wir auch noch nach 30 km Fahrt dem Fluss entlang und es stinkt immer noch…..
Nach gut einem Monat Aufenthalt in Südamerika kommen wir nun in den Genuss von etwas nässendem. Wie sagt man diesem Nass nun schon wieder. Aha, Regen nennt sich das. Ein heftiges Gewitter zieht über uns her. Wir schaffen es gerade noch Unterschlupf bei einem Gebäude zu finden, bevor es wie aus Kübeln giesst. Unsere Zwangspause können wir nach über anderthalb Stunden beenden und fahren weiter.
Wir fahren nun auf einer Strasse, die, so scheint es uns, mitten durch einen Friedhof führt. Links und rechts der Strasse stehen in unregelmässigen Abständen Kreuze, meistens an einer Stelle gleich mehrere. Für uns ist es nicht verwunderlich, so wie in diesem Land zum Teil gerast wird. Wir fahren nun in die Desierto „Wüste“ Tatacoa rein.

Desierto de Tatacoa

Diese wird schon lange vorher angekündigt und die Kolumbianer sind stolz auf sie. Ich habe eine Wüste gesucht, aber keine gefunden, höchstens eine Halbwüste. Es ist heiss, die rohe Naturstrasse fordernd und Schweiss treibend. 

Nach und nach kommen wir in Höhenmeterdiagramm garnierendes Gelände. Wir sammeln Höhenmeter um Höhenmeter um sie gleich wieder zu vernichten und sie dann wieder aufzubauen. Nach Tagen kommen wir in Pitalito an. Wir sind nun wieder vierhundert km näher an Ecuador gerückt und gönnen uns hier eine drei tägige Pause.   

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Barbosa – Bogota 19.02. – 22.02.2017

Die 2 Tage in Barbosa sind vorbei, mit neuen Kräften geht’s weiter Richtung Bogota.
Nun geht’s wieder den Berg hoch von knapp 1‘500  auf über 2‘600 Meter über Meer. Dies fordert uns, die Kräfte zu bündeln.
Oben auf einer Art Hochebene angelangt geht es flach weiter. Wir staunen sehr, auf dieser Höhe ist das Land sehr fruchtbar. Nebst anderem werden hier oben Kartoffeln und sogar Mais angebaut. Die Menschen hier sind vom Aussehen her, wohl mehrheitlich indianischer Abstammung. Nach etlichen flachen Kilometern haben wir wieder mal einen Berg zu bezwingen. Es geht auf 3‘100 m rauf und auf der anderen Seite wieder auf 2‘600 m runter. Der Verkehr auf dieser Strasse ist enorm, meistens stinkende, schwarz rauchende Lastwagen. Sie helfen uns nicht unbedingt, diesen Bergpreis zu einem Genuss werden zu lassen.
Die letzten 60 km vor Bogota sind flach, 30 km vor dieser Stadt finden wir uns auf einem, von der übrigen Strasse getrennten Fahrradweg wieder. Ist auch gut so, denn der Verkehr ist nun übermässig. Zwar kommen nochmals paar km auf der normalen Strasse die uns keine Freude bereiten. In Bogota selber radeln wir 20 km, bis zu unserem Hotel, nicht allzu weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Wir nehmen uns 3 Tage Zeit, diese Stadt ein wenig zu erkunden. 

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Bienvenida en los Andes 11.02. – 16.02.2017

Nach gut 2 Wochen Angewöhnungs- und Einfahrzeit gelangen wir nun zusehend in die Andenregion. Entlang der zentralen Kordillere Bergkette fahren wir zunächst auf relativ flachem Terrain, welches  mehr und mehr von Wald bewachsen ist.
Nun werden die Strassen immer steiler und zum Teil auch ziemlich anforderungsreich bezüglich des Zustands. Bewohnt ist die Gegend nur noch spärlich, ab und zu ein paar Häuser am Strassenrand, deren Besitzer verschiedene Waren zum Kauf anbieten. Leider treffen wir auf mehr Hunde als Häuser, welche uns regelmässig mehr oder weniger liebenswürdig mit lautem Gekläffe begrüssen und unsere Pedalumdrehungen in die Höhe schnellen lassen. Nun gelangen wir vorübergehend und schweisstreibend auf eine Meereshöhe von über 2600 Meter, bevor es wieder tausend Höhenmeter abwärts geht. Vorbei sind nun die 40 Grad oder mehr am Schatten, bei 25 Grad ist es uns auch angenehm. Lediglich in der Nacht und am morgen früh fällt das Thermometer auf 12-13 Grad. In Barbosa einer wiederum grösseren Ortschaft legen wir nun eine 2 tägige Pause ein, dann geht’s ab, die letzten knapp 200 km Richtung Bogota. Wir sind definitiv in den Anden angekommen.

Bienvenida en los Andes – Willkommen in den Anden.  

 

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Mompos – San Alberto 06.02. – 09.02.17

Nun haben sie Temperaturen bei plus/minus 40 Grad am Schatten eingependelt. Es ist zum Teil sehr anstrengend zu fahren, wir sind uns diese Temperaturen noch nicht gewohnt. Die Sonne brennt erbarmungslos auf uns nieder und zeigt kein Interesse von Mitleid. Dazu kommt eine sehr grosse Luftfeuchtigkeit, die uns die Strapazen noch höher steigen lässt. Bereits fahren wir durch die ersten Ausläufer der Anden, die Strassen lassen uns zum Teil Dreck fressen und ringen uns die letzten Schweisstropfen aus den Körpern. Wir kriegen kaum genug Flüssigkeit, wir saufen fast wie Kamele. Die Landschaft sieht nun zum Teil nicht mehr so dürr aus, offenbar regnet es hier etwas mehr. In San Alberto werden wir einen Tag verbringen, bevor unserer Tour weiter südwärts geht.

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Cartagena – Mompos 30.01. – 03.02.2017

  • Es ist nun endlich soweit. Am Montag, 30. Januar 2017 verlassen wir mit unseren beladenen Rädern die Stadt Cartagena.
    Wie so oft in Städten ist es ein ziemliches Gedränge auf den Strassen. Wir sind froh, dass wir nach ca. 10 km Fahrt, der Stadt endgültig adios sagen können.
    Die Landschaft zeigt sich uns in braunem Gewand, ein Zeichen, dass sich hier Regen im Moment ziemlich rar macht. Dafür brennt die Sonne erbarmungslos auf uns nieder. Es ist mit plus/minus 36 Grad Celsius am Schatten also recht heiss.
    Wir schwitzen, was wir oben rein schütten ist innert Minuten durch die Poren verdunstet.
    Zuerst nur flach, später ein bisschen coupiert, so geht es mit uns vorwärts, allgemeine Richtung Bogota.
    Bereits am 4. Fahrtag haben wir den ersten Platten zu beklagen. Die Luft von Bea’s Hinterrad hat sich über Nacht verflüchtigt. Also flicken, was unserem Plan früh zu starten, abträglich ist. 
    30 km vor der Ortschaft Mompos geht’s über einen Fluss. Hier gibt’s keine Brücke, also nehmen wir eine Fähre. Wir kommen uns auf diesem Boot vor wie in einer Sardinenbüchse. Uns scheint, das Boot sei schon eine Weile voll, aber die Bootsbetreiber sehen es anders. Immer und immer werden noch Leute zugeladen. Ein erstes Mal legen wir ab, da kommt noch ein Töff, also wieder zurück, diesen nehmen wir irgendwie auch noch mit. Mit einer gut halbstündigen Verspätung geht’s doch nun endlich los.
    Auf der anderen Seite schwingen wir uns wiederum auf die Räder, es geht nochmals 30 km bis zur unserem Zielort.
    Dort kommen wir an, schauen uns mehrere Unterkünfte an bis wir uns entscheiden können. Einchecken, Räder verstauen, Habseligkeiten in Zimmer und nein, duschen kann, muss warten. Wir machen uns auf die Socken, suchen ein Restaurant, lassen uns ein Bier schmecken und stärken uns mit einem feinen Essen.
    Zurück ins Hotel, duschen und schlafen geht fast synchron. Müde wie ich bin, geht’s mit mir ab ins Land der Träume. Wir haben uns entschieden 2 Tage hier in Mompos zu verweilen. Temperatur heute 39 Grad Celsius und Morgen sollen es sogar 40 Grad werden…..
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Cartagena

Nun bin ich nach einem langen Flug in Cartagena angekommen. Das Wetter hier scheint mir ein wenig erträglicher zu sein als in der Schweiz, d.h. es ist paar Grade weniger kalt.
Die paar Grade Differenz bewegen sich so bei 35 Grad C Unterschied! 
Bea und Pit holen mich liebenswürdigerweise am Flughafen ab, mitten in der Nacht. Es gibt ein freudiges Wiedersehen, dass wir im Hotel mit einem herrlichen Bier noch ein wenig festigen.
Ich bin von den Reisestrapazen ziemlich kaputt und will jetzt nur noch schlafen. Leider ist dies nur für kurze Zeit möglich, meine innere Uhr hat noch nicht umgestellt.
Bei Fahrrad auspacken dann die Ernüchterung. Wohl von Erschütterungen im Flugzeug, haben sich gewisse Radteile selbständig gemacht und sind auf und auf nimmer Wiedersehen davon. Also gilt heute morgen: Fahrrad Shop suchen und Reparatur des Rades vornehmen. 

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Vorfreude Tour 2017

Es ist schon eine geraume Zeit vergangen seit ich von Indonesien in die Schweiz zurück gekehrt bin. Der erste Teil des Sommers 2016 war in unseren Breitengraden nicht gerade so wie man es wünscht. Dafür präsentierte er sich ab Mitte Juli von seiner allerbesten Seite. Das Wetter im Herbst steigerte sich dann zur Hochform und so konnten wir unsere schöne Schweiz mit all ihren landschaftlichen Schönheiten sehr geniessen. 
Nichts desto trotz  zieht es mich erneut in die Welt hinaus. 
Von Cartagena in Kolumbien  soll die Fahrrad Reise Richtung Süden nach Ecuador und schlussendlich nach Peru gehen. Ich freue mich sehr auf das bevorstehende Abenteuer und besonders, dass ich diesmal nicht alleine Reisen werde. In Cartagena treffe ich mich mit unseren lieben Freunden Bea und Hanspeter https://www.bepitha.ch, um dann gemeinsam los zu radeln. 

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2 Banditen, 1 Messer und grosse Angst 03.03. – 09.03.2016

Ich komme an eine Brücke in sehr schlechtem Zustand. Auf ihr kauern vier oder fünf indonesische Gestalten. Als sie mich kommen sehen, stehen sie auf und kommen mir entgegen. Ihre Mienen sind nicht gerade Vertrauen erweckend und sie sprechen mich mit forschen Stimmen an. Ich verstehe kein Wort, sage etwas von Jakarta und mache einen Bogen um sie. Sie werden lauter und schreien; ich trete fester in die Pedale. Gottlob ich bin vorbei, denke ich. Denkste. Es geht ca. 2 km verfolgt mich plötzlich ein Motorrad, darauf sitzen zwei Männer. Sie fahren immer so gegen 10 m hinter mir her. Während ich sie im Rückspiegel im Auge behalte wird’s mir immer unwohler. Das geht so eine Weile bis sie plötzlich an meine Seite aufschliessen. Der Fahrer spricht mit mir. Seine Miene ist finster. Auch hier verstehe ich nichts und sage, dass ich nach Jakarta wolle. Nun beginnt er mit lauter Stimme auf mich einredend zu gestikulieren. Er macht dabei immer und immer wieder das bekannte Zeichen mit Daumen und Zeigefinger für Geld und zeigt auf meine Lenkertasche. Diese Zwei wollen Geld von mir. No, sage ich. Der Fahrer fängt nun an zu schreien und fordert nun ganz offensichtlich Geld. Der zweite Mann sagt kein Wort. Ich sage nochmals: no! Der Mann wird wütend und schreit noch lauter, während ich noch heftiger in die Pedale trete und nichts mehr sage. Plötzlich lässt sich der Mofafahrer wieder hinter mich zurück fallen, sie fahren nun wieder eine ganze Weile hinter mir her. Ich habe sie im Auge und mir ist gelinde ausgedrückt, sehr, sehr komisch in der Magengegend. Nach paar weiteren Kilometern schliessen sie wieder neben mich auf, er schreit und fordert Geld. Plötzlich hat er ein langes dolchartiges Messer in der Hand und deutet: Geld oder es passiert etwas. Mein Herz ist jetzt tief in die Hose gerutscht, meine Knies sind weich, ich probiere, ihnen nicht zu zeigen, dass ich Angst habe. Ich bin hellwach und auf alles vorbereitet. Aber was mache ich nun? Halte ich an und gebe den 2 Typen Geld, wecke ich bei ihnen weitere Begehrlichkeiten und sie nehmen mir alles was sie können oder noch schlimmer, es geht um Leib und Leben. Also sage ich in einer fast unterwürfigen Tonart, aber bestimmt:  ooooohhhhhh noooo? Er fuchtelt mit dem Messer, schreit, ich trete in die Pedale so gut und schnell wie es geht, beide neben mir. Seine Forderungen und Drohungen sind nun so immens, ich erwarte jeden Moment eine Attacke. Ich sage nochmals: no, I’m your friend. Der Hintere sagt jetzt zum Vorderen etwas, es beginnt eine kurze Diskussion unter ihnen, sie lassen sich wiederum zurück fallen, fahren eine Zeitlang hinter mir her, ich immer aufs Alles gefasst. Da geben sie Gas und weg sind sie.
Paar Kilometer später ist eine Polizeipatrouille am Strassenrand, ihnen erzähle ich vom Vorfall und sie machen paar Notizen. Ich fahre wieder weiter.
Und nein, Angst habe ich keine gehabt, überhaupt nicht. Zu keinem Zeitpunkt. Ja, aber ich hatte Todesangst! Und die Angst im Nacken fährt mit, mein Körper zittert immer noch!
Meine Frage: Muss ich mein bis jetzt gehabtes positives Bild von den indonesischen Menschen revidieren?
Am Folgetag versuche ich während meiner Fahrt, das Erlebte zu verdrängen, was mir nicht so recht gelingen will. Ich komme jetzt an der Südspitze von Sumatra an, mit der Fähre geht’s rüber nach Java. Nach weiteren gut 100 km bin ich in Jakarta. Ich bin froh, mein Ziel erreicht zu haben, ohne Unfall und Gott sei Dank, ohne Folgen des Überfalles.


In paar Tagen geht’s wiederum heimwärts in die Schweiz. Ich bin froh!

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