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Huaquillas – Sullana 02.04. – 05.04.2017

Nun breche ich das Zelt in Ecuador endgültig ab. Ich werde die Grenze zu Peru überfahren. Ich habe mich zu früh gefreut, gleich neben meinem Hotel ist ein Grenzübergang, aber hier werden leider keine Grenzformalitäten erledigt. So muss ich einen Umweg von 15 km unter die Räder nehmen.
Aber wann kommt dann endlich der Grenzübergang? Aha, na endlich! Nun kommt mein böses Erwachen, dies ist die peruanische Station, die ecuadorianische sei 5 km zurück, erklärt man mir. Diese habe ich NIE gesehen und so bin ich offensichtlich an ihr vorbei gefahren. Also quasi wieder zurück auf Feld 1. Es stinkt mir aber gewaltig, diese zwei mal fünf Kilometer nochmals mit dem Fahrrad abzuspulen. So frage ich ein zufällig hier stehenden Taxifahrer für diese Fahrt. Ein Grenzbeamter bewacht derweilen mein Fahrrad. So fährt mich das Taxi zurück, die 3 Beamtinnen dort, haben nun etwas Arbeit, denn ich bin weit und breit die einzige Person, die einen Stempel benötigt.
Zurück zum wartenden Fahrrad, den peruanischen Stempel in meinen Pass und weiter geht’s.
Mein Weg führt mich nun mehr oder weniger an der Pazifikküste entlang. Nun sehe ich die Ausmasse der hiesigen Unwetter vor paar Wochen. In jeder Ortschaft sind Sandsäcke aufgetürmt, die Schutz vor dem Wasser bieten sollten. Jede Ort ist mehr oder weniger stark verschlammt. Ueberall sind Aufräumarbeiten im Gange. Und der Pazifik hat sich immer noch nicht erholt. Die Strände sind menschenleer, dafür umso mehr Dreck. Das Wasser ist braun, viele hundert Meter breit. Und ich wollte doch noch so gerne ab und zu baden. Im Moment ist das keine gute Idee.
In einem Dorf nehme ich an einem Strassenstand einen Ananastrink zu mir. Da gesellt sich ein Mann zu mir und fragt mich, ob er ein Interview machen dürfe, es sei für eine lokale Zeitung. Ich bejahe, er nimmt sein Mobiltelefon, filmt und stellt Fragen. Gut, paar Fragen muss er paar Mal wiederholen, bis ich sie verstehe! Ich hoffe jedenfalls, dass er wenigstens meine Antworten auf die Reihe bringt? Nach paar Minuten bedankt er sich freundlich und verabschiedet sich von mir.
Auf dieser Reise hat sich bis jetzt ein Bösewicht nie bemerkbar gemacht. Ich spreche vom Feind eines jeden Velofahrers, dem Wind. Aber nun ist fertig mit lustig. Ich komme in 2 Stunden gerad mal 20 km weit, der schlechte Kollege hat wohl etwas dagegen, dass ich schneller pedalen möchte und hält mit voller Wucht dagegen. Und die Ruta Panamericana ist mittlerweile auch mehr zum Bachbett, denn Strasse geworden. Dies in Kombination ist sehr Kräfte zerrend. Ich bin froh, erreiche ich endlich Sullana, hier bleibe ich einen Tag und kann so meinen Benzinhaushalt wieder optimieren.