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Barbosa – Bogota 19.02. – 22.02.2017

Die 2 Tage in Barbosa sind vorbei, mit neuen Kräften geht’s weiter Richtung Bogota.
Nun geht’s wieder den Berg hoch von knapp 1‘500  auf über 2‘600 Meter über Meer. Dies fordert uns, die Kräfte zu bündeln.
Oben auf einer Art Hochebene angelangt geht es flach weiter. Wir staunen sehr, auf dieser Höhe ist das Land sehr fruchtbar. Nebst anderem werden hier oben Kartoffeln und sogar Mais angebaut. Die Menschen hier sind vom Aussehen her, wohl mehrheitlich indianischer Abstammung. Nach etlichen flachen Kilometern haben wir wieder mal einen Berg zu bezwingen. Es geht auf 3‘100 m rauf und auf der anderen Seite wieder auf 2‘600 m runter. Der Verkehr auf dieser Strasse ist enorm, meistens stinkende, schwarz rauchende Lastwagen. Sie helfen uns nicht unbedingt, diesen Bergpreis zu einem Genuss werden zu lassen.
Die letzten 60 km vor Bogota sind flach, 30 km vor dieser Stadt finden wir uns auf einem, von der übrigen Strasse getrennten Fahrradweg wieder. Ist auch gut so, denn der Verkehr ist nun übermässig. Zwar kommen nochmals paar km auf der normalen Strasse die uns keine Freude bereiten. In Bogota selber radeln wir 20 km, bis zu unserem Hotel, nicht allzu weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Wir nehmen uns 3 Tage Zeit, diese Stadt ein wenig zu erkunden. 

Bienvenida en los Andes 11.02. – 16.02.2017

Nach gut 2 Wochen Angewöhnungs- und Einfahrzeit gelangen wir nun zusehend in die Andenregion. Entlang der zentralen Kordillere Bergkette fahren wir zunächst auf relativ flachem Terrain, welches  mehr und mehr von Wald bewachsen ist.
Nun werden die Strassen immer steiler und zum Teil auch ziemlich anforderungsreich bezüglich des Zustands. Bewohnt ist die Gegend nur noch spärlich, ab und zu ein paar Häuser am Strassenrand, deren Besitzer verschiedene Waren zum Kauf anbieten. Leider treffen wir auf mehr Hunde als Häuser, welche uns regelmässig mehr oder weniger liebenswürdig mit lautem Gekläffe begrüssen und unsere Pedalumdrehungen in die Höhe schnellen lassen. Nun gelangen wir vorübergehend und schweisstreibend auf eine Meereshöhe von über 2600 Meter, bevor es wieder tausend Höhenmeter abwärts geht. Vorbei sind nun die 40 Grad oder mehr am Schatten, bei 25 Grad ist es uns auch angenehm. Lediglich in der Nacht und am morgen früh fällt das Thermometer auf 12-13 Grad. In Barbosa einer wiederum grösseren Ortschaft legen wir nun eine 2 tägige Pause ein, dann geht’s ab, die letzten knapp 200 km Richtung Bogota. Wir sind definitiv in den Anden angekommen.

Bienvenida en los Andes – Willkommen in den Anden.  

 

Tierra del Fuego

Nun nehmen wir noch den letzten Teilabschnitt unserer Fahrradreise von Santiago de Chile nach Ushuaia in Angriff: Die Insel Tierra del  Fuego (Feuerland). Bereits am Morgen um Acht müssen wir uns an der Anlegestation der Fähre einfinden, welche uns von Punta Arenas über die Magellanstrasse auf die andere Seite nach Porvenir bringt. Um neun Uhr sollte die Fähre losfahren, aber für dieses Mal ist eine grösser Verspätung angesagt. Die Fähre ist schon fast voll geladen, als ein Busfahrer merkt, dass er wohl nicht auf diesem Schiff sein sollte. So heisst es nun, Schiff auslaufen, Schiff wenden, Schiff anlegen, Bus aus dem Schiff, Schiff auslaufen, Schiff wenden, Schiff anlegen, weitere Fahrzeuge dazuladen. Die Ueberfahrt dauert rund 2 ½ Stunden auf recht unruhiger See. Sich im Schiff gehend bewegen ist manchmal eine schiere Unmöglichkeit.

In Porvenir setzen wir uns aufs Fahrrad und setzen unsere Reise fort, für die nächsten über hundert km zur Abwechslung wieder mal auf Schotterstrasse. Der Wind ist uns zuerst feindlich gestimmt, ändert dann allerdings seine Meinung. Und das allerdings sehr agressiv. Die Windböen fegen uns über die Piste, ob abwärts, eben und aufwärts, alles geht fast von alleine! Mehr Mühe haben wir viel später mit dem Zelt stellen. Obschon bei einer Estancia, ein wenig windgeschützt, wirbelt er unser Hotel immer wieder durch die Luft und wir müssen höllisch aufpassen, dass er es uns nicht wegnimmt. Am anderen Tag, der Wind weht nur noch halb so stark, aber immerhin in unserem Rücken. Kurz vor der argentinischen Grenze treffen wir auf 2 belgische Radler, sie sind in der Gegenrichtung unterwegs und warten, warten auf ein Auto das sie mitnimmt. Für sie: fahren mit dem Velo, schier unmöglich!
Wir beschliessen am chilenischen Zoll zu übernachten und erst Morgen aus Chile auszureisen.
Wir schlafen gut, aber am Morgen regnet es in Strömen und es ist kalt. Also warten wir noch eine zeitlang bis wir uns auf den weiteren Weg begeben. Die chilenische Zollprozedur geht schnell vorbei und nun haben wir also die letzten 16 km Schotterstrasse bis Ushuaia unter den Rädern. Der argentinische Zoll arbeitet auch kundenfreundlich, schnellstens sind die Formalitäten erledigt und wir nehmen Kurs auf Rio Grande. Leider gelingt es uns nicht, die Etappe trocken zum Abschluss zu bringen. Es fängt wieder an zu Regnen und so sind wir bereits geduscht als wir im Etappenort ankommen. Auch auf unserer Weiterfahrt begleitet uns das typische Tierre del Fuego-Wetter. Regen, Wind, Sonne, kalt, wärmer etc. An dies haben wir uns mittlerweile gewöhnt, aber nicht an den Strassenverkehr. Auf der einzigen und schmalen Strasse nach Ushuaia herrscht immenser Verkehr und zum Teil wird hier gerast, was die Boliden hergeben! Bereits 25 km vor der Ortschaft Tolhuin weist ein riesiges Schild auf die dortige Panaderia (Bäckerei) hin. Wir steuern diese an, da man als Fahrradtourist hier eine Gratisunterkunft zur Verfügung gestellt bekommt. Die Bäckerei ist riesig, die Kundschaft noch riesiger. Es wimmelt hier nur so von Leuten. Nach langer Fahrt genehmigen wir uns hier Essen und Getränk und schon kommt der Chef bei uns vorbei und gibt uns zu Verstehen, dass wir bei ihm übernachten können. Machen wir natürlich gerne. Es sind noch rund ein Dutzend andere Velofahrer hier einquartiert in einem eigens dafür eingerichteten Raum. Da wir bei ihm offenbar einen Altersbonus geniessen, gibt er uns ein Zimmer in seiner Unterkunft. Muchas Gracias.
Nun geht es nur noch gut hundert km bis Ushuaia, dazwischen liegen noch der Garibaldipass, Windböen und Regen. Nach über zweieinhalb Monaten auf Tour kommen wir nun in der südlichsten Stadt der Welt an. Hier werden wir uns ein bisschen umsehen, den Flug nach Buenos Aires buchen und alles Schöne geniessen!

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Fahrt zur Magellanstrasse

Wir sind nun noch zweihundertvierzig Kilometer von Punta Arenas an der Magellanstrasse entfernt. Diese sollten wir meistens mit Rückenwind fahren können, theoretisch gesehen. Wir starten, es regnet, aber der Wind fehlt! Jetzt wo wir ihn mal gebrauchen könnten. Die ersten paar Kilometer steigt die Strasse stetig, bis sie dann mehr oder weniger auf der gleichen Höhe verläuft. Der Regen wird immer heftiger und es ist kalt. 6 Grad Celsius und zum Teil heftiger Regen……nicht das Schönste dieser Erde. Im Nichts draussen steht für uns unverhofft ein Hotel, keine Frage, wir buchen für eine Nacht. Der darauf folgende Morgen zeigt sich ziemlich freundlich. Es ist wohl ziemlich stark bewölkt und es windet heftig.  Rückenwind, Juppee! P1010789 Wir steigen P1010796auf die Räder und der Wind nimmt uns mit.  Wir fliegen…..sogar bergwärts können wir eine beachtliche Geschwindigkeit aufrecht halten. Plötzlich hält ein Auto neben uns.  Es sind zwei Gästevom Hotel letzte Nacht. Sie laden uns zu sich nach Hause in Punta Arenas ein. Wir sollen doch unsere Fahrräder gleich aufs Auto laden, was wir auch machen.

In Punta Arenas erklären sie uns die Stadt, buchen für uns ein Hotel bei Freunden, bevor es zu ihnen nach Hause geht. Dort werden wir mit Bier, einem feinen Essen mit Dessert verwöhnt.

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Zusammen mit ihren zwei Söhnen und drei Freunden geniessen wir paar schöne Stunden, bevor sie uns zurück ins Hotel bringen.

Muchas gracias Nina y Mario!

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