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Halbinsel Krim, Schwarzes Meer 29.04. – 03.05.2013

Wir durchradeln Krim, entgegen unseren ursprünglichen Plänen nicht via Jalta, sondern nehmen die etwas kürzere, aber vor allem flachere Variante Richtung Feodosiia. Wir sind zeitlich günstig dran und wollen in diesem Ort am schwarzen Meer 2 Tage bleiben. Hier angekommen suchen wir nach einem geeigneten Hotel. Das erste Hotel, ein grosser Bau, weist uns wieder weg, mit der Begründung, es sei alles besetzt. Wer’s glaubt!  Die neue Saison hat noch gar nicht angefangen, entsprechend sind die Parkplätze vor dem Hause fast alle leer. Die wollen uns einfach nicht, kein Interesse an Personen mit Fahrrädern! No money! Also halt, so nehmen wir uns eine andere Unterkunft.  Wir geniessen die Tage in Feodosiia mit der schönen Strandpromenade und vielen Ständen und interessanten Beizli.

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1. Mai Feier in Feodosiia

Die Fahrt nach Kerch ca. 100 km wollen wir nicht an einem Stück bewältigen, sondern machen nach 13 km  Halt in Prymors’kyi. Dies, weil hier das letzte Hotel vor Kerch zu finden ist! So müssen wir am nächsten Tag 87 km radeln, bevor wir das letzte Etappenziel in der Ukraine erreichen.

Da gemäss Wettervorhersage uns wieder heftiger Gegenwind droht, starten wir bereits um sechs Uhr des darauf folgenden Morgen. Wir sind gut beraten, der Wind schläft noch und wir sind putzmunter. Nach dem Kaffehalt an der Tankstelle des Dorfes nehmen wir  die Strecke unter die Räder. Wir kommen auch gut voran, aber leider hat der Wind Lunte gerochen und holt uns ab.
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unterwegs

So ab 40 km ist er voll da, setzt sich unserem Vorhaben voll entgegen. Ab trotzdem haben wir Kerch erreicht, wo wir wiederum gut 2 Tage bleiben werden, bevor wir am 6. Mai mit der Fähre nach Russland rüber setzen.

Und sollten wir jemals an der Freundlichkeit der Ukrainer gezweifelt haben, so werden wir heute eines Besseren belehrt. Unser vor 3 Tagen gebuchtes Hotel zu finden ist nicht einfach. Wir haben zwar die Adresse notiert, aber dies nützt nichts. Die Strassen selber sind nur in kyrillischer Schrift angeschrieben. Die dritte Person fragen wir bereits nach dem Hotel, nachdem wir vorher nur Achselzucken als Antwort bekommen haben. Auch dieser Person nennen wir Namen und Adresse unserer gebuchten Unterkunft: keine Ahnung! Da zeigen wir dem guten Mann die Hotelbestätigung in ukrainischer Schrift, plötzlich versteht er unser Anliegen und sagt, dass wir ihm folgen sollen. Er führt uns direkt vor das Hotel. Ist übrigens auch nur kyrillisch angeschrieben….
Wir freuen uns nun auf 2 Tage Kerch und warten gespannt auf Russland!

Markt in Dzhankoi 27.04.2013

Wir besichtigen heute die Stadt Dzhankoi bei schönstem und sehr warmem, schon bald Sommerwetter. Es ist Markt und wir schlendern interessiert durch die vielen Marktstände. Dabei fällt uns dieser Gewürzstand auf.  Die Frau mischt diverse Gewürze zu einer Endmischung gemäss dem Wunsch des Kunden, mit einer enormen Handfertigkeit.

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Mykolaiv-Dzhankoi 24.04. – 26.04.2013

Das Hotel in Mykolaiv ist sehr gut. Wir werden von der Eigentümerin und dem Personal so richtig verwöhnt. Jeden Wunsch erfüllen sie uns, bringen unsere Wäsche in einen Waschsalon zum Waschen und am darauf folgenden Tag holen sie diese wieder ab. Das Morgenessen bringen sie uns sogar auf’s Zimmer. So lässt sich gut leben, aber einmal müssen wir ja wieder weiter. Die Receptionistin gibt uns noch 100 Tips, welche Sehenswürdigkeiten wir auf Krim besuchen sollen. Auf unserer weiteren Route nach Dzhankoi merken wir, dass Ortschaften und Tankstellen immer rarer werden. Wir können also unsere gewohnten Pausen in den Tankstellen vergessen! Die Strasse (sie nennt sich Fernstrasse!) auf der wir unterwegs sind, führt über die weiten Flächen auf der Halbinsel Krim. Um in die Ortschaften zu gelangen, muss man diese Strasse verlassen. Unser Problem ist, die Ortschaften sind zu viele km weg von unserer Route. Ein Hin und zurück über mehrere km nehmen wir nicht in Kauf. Unser Empfinden, dass die Strassen je südlicher, je besser werden, stellt sich als Irrtum dar. Während Stunden fahren wir auf eben dieser Fernstrasse, die z.T. mehr an eine Kieswerkstrasse erinnert . Ach ja, beinahe hätte ich’s vergessen: Der Wind bleibt uns treu! Und….er hat uns tatsächlich auch schon gestossen!

Kryzhopil-Mykolaiv 18.04. – 23.04.2013

Endlich ist auch bei uns das lang ersehnte und schöne Wetter eingetroffen und begleitet uns auf diesen Etappen. Nur am Sonntag wissen wir nicht, ob denn der Petrus auch durchhält. Mit dem schönen Wetter ist aber auch zum Teil sehr heftiger Gegenwind aufgekommen, der es uns nicht gerade einfach macht, unsere Kräfte zu schonen. Unsere Lungen arbeiten auf Hochtouren. Sollten wir auf dieser Reise schon jemals das Gefühl gehabt haben, dass es schlimmere Strassen kaum mehr geben könne, hier treffen wir sie an. Nur noch Löcher und wo keine Löcher vorhanden sind, sind viele km grosse Pflastersteine verlegt. Diese Abschnitte sind für uns kaum fahrend zu bewältigen. In Chechelnyk übernachten wir in einem Hotel, dessen Besitzer auch gleich eine Küchenfabrik mit 150! Angestellten besitzt. Er überlässt uns seine Suite zum bewohnen. Am Abend lädt er und seine Frau uns ein zu einem gemütlichen Beisammensein mit Wurst, Käse und Wodka. Da wir es bis jetzt noch immer nicht geschafft haben, ukrainisch zu sprechen, kommt der Sohn als Dolmetscher dazu. Es entwickelt sich eine sehr interessante Unterhaltung und wir lachen viel. Ach ja, die Wurst ist gut, der Käse schmeckt und den Wodka saufen wir….ich habe plötzlich das Gefühl, ich sei der ukrainischen Sprache mächtig!

In Balta gibt uns ein Tankstellenbesitzer den Rat, statt der geplanten Route, eine andere mit viel schöneren und flachen Strassen zu wählen, welchen wir auch befolgen. In Nova Odesa, nach der Karte her zu schliessen einer grösseren Ortschaft, wollen wir uns ein geeignetes Hotel aussuchen um in diesem einen Ruhetag zu verbringen. Ganze zwei Hotels hat es, das Erste ist zu und das Zweite ist eine Absteige. Wir nehmen diese Absteige, nach über geradelten 90 km heute, ersparen wir uns, noch weitere 40 km bis zur nächsten Uebernachtungsmöglichkeit zu pedalen! Und….den Ruhetag legen wir nun einen Tag später ein, in einer anderen Ortschaft, in einem anderen Hotel.

Chernivtsi- Kryzhopil 13.04. – 17.04.2013

Die Strecke ist ein ständiges auf und ab, die Gegend nicht von überragender Schönheit und das Wetter trägt das Seine dazu bei, dass wir diesen Abschnitt einfach so durchradeln.  Dabei durchqueren wir noch für eine kurze Dauer moldavisches Staatsgebiet. Wiederum waren die Zollkontrollen sehr umfangreich. Die Pässe mussten drei mal gezeigt werden. Nach umfangreichen optischen Kontrollen der roten Ausweise, wurden die Daten auch noch mittels Computer überprüft. Die UkrainerInnen haben uns bis jetzt einen eher unfreundlichen und misstrauischen Eindruck hinterlassen. Aber die Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein Ehepaar das wir wegen einem Hotel fragen, kommt mit uns ins Gespräch, er kann sich ein wenig auf deutsch verständigen. Beide kennen die Schweiz und fahren im kommenden Mai wieder dorthin. Sie führen uns zu einem Hotel und geben uns ihre Visitenkärtchen, falls wir in der Ukraine Probleme bekommen sollten. Am nächsten Tag wieder dasselbe. Wir fragen zwei ältere Frauen in einem Dorf nach einem Hotel. Sie beschreiben uns den Weg dorthin. Da kommt zufällig ein kleiner Junge vorbei, hört unser Gespräch und bietet sich an, uns zum Hotel zu begleiten. Wir sind froh, dieses hübsche Hotel, hätten wir sonst nie gefunden! Und zu guter Letzt, wir studieren ca. 10 km vor Kryzhopil unsere Karte, hält ein Autofahrer an und fragt, ob er uns helfen könne. Wir bejahen und fragen nach dem nächsten Hotel. Er gibt uns ein Visitenkärtchen eines Hotels in Kryzhopil.Wir fahren dorhin. Ich frage in der Reception nach einem Zimmer, da steht Vasiliy auch schon neben mir und spielt den Uebersetzer. Vasiliy kommt aus Kiew, arbeitet hier als Projektmanager eines Grosskonzerns. Später führt er mich auch noch mit dem Auto ins Dorfzentrum zum Bankomaten. Ich will ihm für diese Dienste einen Trink offerieren, er will dies aber nicht und  schon ist er wieder weg. Mittlerweile sind wir über tausend km geradelt, wie man sieht ist Elisabeth in ständiger Begleitung von Monika Monika-Mariaund Maria und einem Schokoladeriegel.

Fahrt durch die Karpaten 07.04. – 12.04.2013

Von Khust geht’s durch das Karpaten-Gebirge. Zuerst steigt die Strasse nur wenig an, mit kleinen Zwischenrampen, aber es zieht sich. In Rhakiv nach über 100 km Fahrt, schlagen wir unser Nachtlager auf. Am nächsten Morgen geht es dann richtig zur Sache. Wir sind noch keine Stunde unterwegs fängt es ein weiteres Mal an zu Regnen und es ist bitter kalt dazu. Die Strasse fängt an sich nach oben zu winden, Kehre um Kehre und es wird noch kälter. Wir werden nass von innen und dazu von aussen. Oben auf dem Pass angekommen sind wir fast durchgefroren. Nichts hält uns hier, rasch wieder auf der anderen Seite runter bis nach Yaremche, wo wir ein Hotelzimmer beziehen. Bis jetzt haben wir von den Karpaten nur Nebel und Regen zu Gesicht bekommen. Am anderen Morgen, wir trauen unseren Augen kaum, scheint die Sonne und es hat letzte Nacht bis auf 750 Meter hinunter geschneit. Wir fahren los, so macht es Spass auf dem Fahrrad die Gegend zu durchfahren und zu geniessen. Langsam verlassen wir die Karpaten, von einer letzten Anhöhe können wir nun endlich mal das Gebirge sehen, welches in gewissen Belangen eine Aehnlichkeit mit unserem Juragebirge hat. In Zabolotiv machen wir Nachthalt. Am nächsten Morgen wieder das andere Bild. Es regnet bis kurz vor Mittag. Wir fahren bis nach Chernivtsi und buchen hier ein Hotel für zwei Nächte.